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„China nach wie vor der interessanteste Markt"

  ·   2018-11-09  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: CIIE;Öffnung
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Chinas fortschreitende Urbanisierung, die schnell wachsende Nachfrage und die Verlagerung von dem rasanten Wachstum zur  Entwicklung hoher Qualität eröffnen neue Möglichkeiten für ausländische Unternehmen. Diese investieren derzeit verstärkt in China, um die neuen Chancen zu nutzen, die sich aus der CIIE und der weiteren Öffnung ergeben. Ganz vorne mit dabei: deutsche Unternehmen wie BASF und Volkswagen. 


In der ersten Jahreshälfte 2018 lag China bei der Inanspruchnahme ausländischer Direktinvestitionen (engl. Foreign Direct Investment, FDI) an der Weltspitze und verzeichnete laut einem aktuellen Bericht der UN Kapitalzuflüsse von 70 Milliarden Dollar. 

Der Bericht der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) besagt, dass die FDI-Ströme nach China um sechs Prozent auf 70 Milliarden Dollar – oder etwa 15 Prozent der globalen FDI – gestiegen sind. Im Gegensatz dazu sank die globale Summe an FDI im gleichen Zeitraum um 41 Prozent auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. 

"Intensivere Bemühungen um die Gewinnung ausländischer Investitionen und die Öffnung der Märkte, wie die Pilot-Freihandelszonen und die weitere Öffnung der westlichen Regionen des Landes, sind die Hauptgründe für die Zunahme der FDI-Ströme nach China", sagte James Zhan, Direktor der Abteilung für Handel und Unternehmen der UNCTAD. 

China ist ein attraktives Investitionsziel. Die elf Pilot-Freihandelszonen des Landes verzeichneten im September nach Angaben des chinesischen Handelsministeriums einen Anstieg der FDI-Zuflüsse um 14,7 Prozent. 

Bereits im Oktober hatte der niederländische Batteriehersteller Lithium Werks BV die Entscheidung bekannt gegeben, insgesamt 1,6 Milliarden Euro in ein zweites Werk für Lithium-Ionen-Batterien in Ostchina zu investieren. Das neue Werk mit einer jährlichen Produktionskapazität von 8 Gigawattstunden, ausreichend für die Versorgung von 160.000 Autos, soll Anfang 2021 in Betrieb gehen. 

"Wir sind wieder in China, weil es sich schneller entwickelt als andere Länder. Hier werden Entscheidungen schnell getroffen", sagte der Vorsitzende des niederländischen Unternehmens, Kees Koolen. 

Das niederländische Unternehmen ist mit seiner neuerlichen Investitionsentscheidung nicht allein. Mehrere Unternehmen haben während des Besuchs des chinesischen Premierministers Li Keqiang in den Niederlanden Mitte Oktober Investitionsabkommen unterzeichnet, unter ihnen auch bekannte Großunternehmen wie Royal Dutch Shell PLC, KLM Royal Dutch Airlines sowie die Internationale Nederlanden Group. Die Milliardengeschäfte betreffen bestehende Projekte und neue Joint Ventures mit chinesischen Partnern. 

China hat die Bürokratie erheblich abgebaut, Beschränkungen aufgehoben und den Schutz der Eigentumsrechte ausländischer Investoren gestärkt. Die State Administration of Foreign Exchange (SAFE) hat die Beschränkungen für FDI-Vorauszahlungen und die Gültigkeitsdauer der Konten aufgehoben. 

"Unsere Öffnungspolitik ist konsistent und gilt für alle, ohne Diskriminierung", sagte Li während seiner Reise in den Niederlanden. 

Westliche Branchenanalysten berichten, dass Chinas Pläne, die Obergrenze für ausländische Beteiligungen an Automobil Joint Ventures über einen Zeitraum von fünf Jahren zu beseitigen, "einen großen Durchbruch" bedeuten. Der größte deutsche Automobilhersteller Volkswagen, einer der ersten ausländischen Automobilhersteller überhaupt, der auf dem chinesischen Markt aktiv wurde, plant weitere Investitionen in China in Höhe von 15 Milliarden Euro. Sie werden sich vor allem auf Elektrofahrzeuge, automatische Fahrzeuge, Digitalisierung und neue Mobilitätsdienste konzentrieren. 

"In diesem Jahr jährt sich der Beginn der Reform- und Öffnungspolitik Chinas zum 40. Mal", sagte der Vizepräsident von VW in China, Zhang Suixin. "Jetzt beginnt dank neuer Maßnahmen und Regeln zur weiteren Öffnung eine neue Ära für alle ausländischen Automobilhersteller." 

Zhang sagte, ein offeneres China bedeute ein faireres Wettbewerbsumfeld für ausländische Investoren. Chinas neue Politik der weiteren Öffnung des Fertigungssektors durch die Beseitigung von Eigentumsbeschränkungen für ausländische Investoren gelte für alle. 

Im Juli kündigte der deutsche Chemiekonzern BASF eine Investition von 10 Milliarden Dollar in Südchina für den Bau eines Verbund-Chemie-Produktionsstandorts an. Es wird die bisher größte Investition und gleichzeitig die erste sich zu hundert Prozent im Besitz des Unternehmens befindende Anlage in China sein. 

Auch immer mehr kleine und mittlere deutsche Unternehmen suchen in China nach Möglichkeiten. Rudolf Scharping, ehemaliger Bundesverteidigungsminister, sagte, China sei trotz der steigenden Kosten für Produktion, Arbeit und Immobilien nach wie vor das attraktivste Land für ausländische Direktinvestitionen. 

"Die Marktgröße, die Aufwertung der Technologie, wie sie sich in Made in China 2025ankündigt, ehrgeizige Arbeitskräfte, steigende Qualifikationen – diese Vorteile kommen voll zum Tragen, da die Infrastruktur Chinas immer besser wird, die Innovationskraft sich entwickelt und Schritt für Schritt wächst und sich das rechtliche Umfeld verbessert", sagte Scharping. "In Kombination mit der Seidenstraßen-Initiative ist China ein integrierter und unverzichtbarer Bestandteil der globalen Wirtschaftsentwicklung", so Scharping weiter. Er stellte auch fest, dass China sein Wachstumsmodell angepasst habe und die Qualität und Nachhaltigkeit von Produkten, Technologien und Dienstleistungen nun im Mittelpunkt stehe. Scharping fügte hinzu, dass sich die ausländischen Direktinvestitionen stärker auf diese Art von Entwicklung konzentrieren werden. 

Offizielle Daten zeigen, dass die FDI im chinesischen Hightech-Sektor in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres um 6,8 Prozent gestiegen sind und 22,5 Prozent der Gesamt-FDI in China ausmachten. 

"China entwickelt ständig Technologien, insbesondere in Bezug auf große Datenmengen, die seinen neuen Wettbewerbsvorteil bei der Erzielung ausländischer Investitionen bieten", sagte Shi Shiwei, Gastprofessor für Wirtschaftswissenschaften an der Freien Universität Berlin. Ihm zufolge gehe die Ära der billigen Arbeitskräfte in China derzeit zu Ende. Die exportorientierten und arbeitsintensiven Industrien und Investitionen verabschieden sich bereits aus China und ziehen weiter in die Nachbarländer, wo es billigere Arbeitskräfte gibt. 

Doch Chinas fortschreitende Urbanisierung, die Verbesserung des Verbrauchs und die Verlagerung von dem rasanten Wachstum zur  Entwicklung hoher Qualität eröffnen wettbewerbsfähigen ausländischen Unternehmen neue Möglichkeiten. 

(Dies ist ein bearbeiteter Auszug aus einem Artikel von Qiao Jihong, Nachrichtenagentur Xinhua.)

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