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Europäische Unternehmen setzen auf chinesische Technologie |
| · 2026-10-26 · Quelle:German.people.cn |
| Stichwörter: Europa;Unternehmen |
In einem Maschinenwerk im italienischen Vicenza schweißen in China hergestellte Roboter Bauteile zusammen und transportieren Werkstoffe. Die Maschinen stammen von der Chengdu CRP Robot Technology Co., Ltd., die mittlerweile über mehr als 20 Partner in 13 europäischen Ländern verfügt.
Eröffnungsfeier der 19. Europe-China Business and Technology Cooperation Fair in Chengdu in der südwestchinesischen Provinz Sichuan am 22. Oktober 2026. (Foto: Xinhua)
Vor dreißig Jahren stützte sich der deutsche Unternehmer Harald Kumpfert bei seinen Projekten zur Energieeinsparung in China weitgehend auf europäische Technologie. Heute kauft er chinesische Wärmepumpen, Wärmespeicher und Wärmetauscher und versucht, chinesische Technologie nach Europa zu bringen.
„Mittlerweile stammt der Großteil der Technologie tatsächlich aus China“, erklärte Kumpfert auf einer Wirtschaftsmesse in Chengdu, der Hauptstadt der südwestchinesischen Provinz Sichuan.
Die 19. Europe-China Business and Technology Cooperation Fair, die am Freitag zu Ende ging, brachte rund 200 chinesische und europäische Unternehmen zu fast 400 Einzelgesprächen zusammen.
Kumpferts Erfahrungen zeigen, welche Bedeutung europäische Unternehmen chinesischen Zulieferern beimessen.
In einer Umfrage der Europäischen Handelskammer in China aus dem Jahr 2026 gaben 94 Prozent der Befragten an, dass die Beschaffung aus China wichtig oder sehr wichtig für ihre Lieferketten und ihren Geschäftserfolg sei. 75 Prozent gaben zudem an, dass ihre Produktionslinien in China effizienter seien als die an anderen Standorten.
Die Automobilindustrie zeigt, wie Wettbewerb und Zusammenarbeit Hand in Hand gehen können.
Chinas rasante Fortschritte bei Fahrzeugen mit alternativen Antrieben hätten den Wettbewerb für etablierte europäische Automobilhersteller verschärft. Dennoch seien europäische Automobilhersteller weiterhin an Investitionen in China interessiert und arbeiteten mit chinesischen Unternehmen zusammen, um neue Geschäftsmöglichkeiten auf den europäischen Märkten zu erschließen, so Adam Dunnett, Generalsekretär der Handelskammer.
Dunnett beschrieb die Entwicklung von Elektrofahrzeugen in China als „geradezu unglaublich“ und erklärte, es gebe erheblichen Spielraum für weitere Zusammenarbeit.
„Ich glaube, die Zukunft birgt viel mehr Chancen, als man beim Blick auf all die Herausforderungen, vor denen wir derzeit stehen, vielleicht vermuten würde“, so Dunnett weiter.
Einige europäische Unternehmen weiten zudem ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in China aus.
Der Schweizer Spezialchemiehersteller Sika Group unterhält 33 Werke und vier seiner neun weltweiten Forschungs- und Entwicklungszentren in China. Zhang Yejiong, Präsident von Sika China, erklärte, das Unternehmen baue seine lokale Forschungs- und Entwicklungsarbeit aus und berücksichtige bei der Produktentwicklung gleichzeitig Anforderungen zur Senkung der CO₂-Emissionen.
Chinesische Komponenten wecken auch das Interesse europäischer Forscher. Juha Röning, Professor an der finnischen Universität Oulu und stellvertretender Forschungsleiter bei euRobotics, zufolge ermögliche die Verfügbarkeit von in China hergestellten Sensoren, Motoren und Getrieben den Forschern, sich auf die Entwicklung neuer Anwendungen zu konzentrieren, statt sämtliche Komponenten selbst bauen zu müssen.
Für Gerätehersteller bedeutet der Verkauf nach Europa zunehmend mehr als nur die Lieferung von Maschinen.
CRP Robot arbeite mit lokalen Partnern in Europa zusammen, um den technischen Support und den Kundendienst zu verbessern, wie der stellvertretende Geschäftsführer Deng Shihai mitteilte. Laut Luigi Gambardella, Präsident des internationalen Digitalverbands ChinaEU, könne der Einsatz chinesischer Roboter in europäischen Fabriken auch neue Geschäftsmöglichkeiten für lokale Ingenieure, Softwareentwickler und Dienstleister schaffen.
Eine Besucherin mit einem Roboter während der 19. Europe-China Business and Technology Cooperation Fair in Chengdu in der südwestchinesischen Provinz Sichuan am 22. Oktober 2026. (Foto: Kang Jinqian/Xinhua)
Europäische Hersteller erschließen unterdessen neue Absatzmöglichkeiten auf dem chinesischen Verbrauchermarkt.
Hervé Grangeon, Gründer der französischen Ergaster Distillery, reiste nach Chengdu, um Vertriebspartner für seinen Gin und Whisky zu finden, während der spanische Schinkenhersteller Garcia Lizana derzeit die für den Markteintritt in China erforderlichen Unterlagen vorbereitet.
Kleinere europäische Unternehmen hätten jedoch oft Schwierigkeiten, lokale Partner zu finden und die Anforderungen für den Markteintritt zu erfüllen, so Zhang. Er schlug vor, dass Kommunalverwaltungen und Wirtschaftsverbände ihnen dabei helfen könnten, Chancen zu erkennen, indem sie Orientierung zu politischen Rahmenbedingungen böten und Kontakte zu potenziellen chinesischen Partnern vermittelten.
Unter den ausgestellten Technologien war auch ein chinesisches Energiesparsystem für Aufzüge, das Kumpferts Aufmerksamkeit auf sich zog. Nachdem er einen Großteil seiner Karriere damit verbracht hat, europäische Technologie nach China zu bringen, plant er nun, Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit dem chinesischen Entwickler auszuloten.
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