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Sollte man an Grundschulen Finanzkurse anbieten?

  ·   2015-09-21  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Bildung;Erziehung;China;Finanz
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Die Unterrichtsbehörden in der südchinesischen Provinz Guangdong haben beschlossen, einen Finanzkurs in den Grund- und Mittelschulen der Provinzhauptstadt Guangzhou anzubieten. Dies ist der erste dieser Art in Chinas Pflichtschulsystem. Der Finanzkurs soll grundlegendes Wissen zum Thema Finanzen, Börsen, Börsengeschäfte und Finanzmanagement vermitteln. 

Diese neue Idee hat hitzige Debatten in der Öffentlichkeit entzündet. Einige sind der Ansicht, es sei notwendig, den chinesischen Schülern schon früh Finanzwissen zu vermitteln, sodass sie lernen, ihr Geld vernünftig zu verwalten und zu investieren. Auch seien Investmenttechniken im Erwachsenenleben sicher nützlich. Daher sei es ein unaufhaltsamer Trend Finanzkurse in den Grund- und Mittelschulen anzubieten.  

Andere dagegen argumentieren, dass es für Schüler im Grundschulalter zu früh sei, sich mit Finanzmanagement und Börsengeschäften zu beschäftigen. Sie seien finanziell und intellektuell nicht in der Lage, das vermittelte Wissen über Börseninvestitionen, Aktienbörsen, Termingeschäfte usw. zu verarbeiten. 

 

Hilfreich 

Lin Chunhao (www.rednet.cn): Für eine geraume Zeit war die Finanzausbildung in China auf einem relativ niedrigen Niveau. Die meisten der Investoren haben keine systematische Finanzausbildung erhalten. Daher wissen viele chinesische Börseninvestoren, besonders die kleinen Privatanleger, so gut wie nichts über Wirtschaft und hängen völlig vom Glück ab. Das peinliche Ergebnis ist, dass sie oft mehr verlieren als gewinnen. Vor diesem Hintergrund hat sich Guangdong entschlossen, ein Pilotprogramm für Finanzerziehung in den Grund- und Mittelschulen der Provinz zu starten, um den Schülern eine solide Grundlage zu vermitteln. Der Kurs wird dabei helfen, den Schülern rationales Finanzmanagement beizubringen. In diesem Sinne ist die Entscheidung Guangdongs, den Kurs zu fördern, lobenswert. 

Die Verbreitung von finanztechnischem Wissen wird Innovationen am Finanzmarkt beschleunigen. Wenn die Öffentlichkeit besser mit finanztechnischem Wissen ausgestattet ist, wird ihr Bedarf an Finanzprodukten und -dienstleistungen sicher steigen, was den Finanzmarkt dazu veranlassen wird, neue Produkte zu entwickeln. Langfristig wird das, was die Schulen Guangdongs machen, die Prosperität des lokalen Finanzmarktes erhöhen. 

 

Huo Zekai (Guangzhou Daily): Je schneller sich die Wirtschaft entwickelt, umso wichtiger wird Finanzmanagement. Nehmen wir Hauskäufe als Beispiel: Die älteren Generationen bezahlen lieber eine fixe Summe auf einmal, da sie ein Leben mit Schulden zu hart finden. Sie mögen die Idee, jeden Monat eine bestimmte Summe – plus Zinsen – zu bezahlen nicht. Wie auch immer, damit leugnen sie aber eine sehr wichtige Tatsache: Immobilienpreise ändern sich von Zeit zu Zeit. Heutzutage sind die Immobilienpreise in den großen Städten so stark gestiegen, dass viele Lohnempfänger sich keinen Kauf mehr leisten können. Einige bedauern nun, dass sie es nicht schon früher, als Wohnungen noch erschwinglich waren, getan haben. Dies ist wohl eine Folge ihres mangelnden wirtschaftlichen Wissens. 

Daher wird es in einer modernen Gesellschaft immer wichtiger, Wissen über Finanzmanagement zu erwerben. Es ist eine grundlegende Lebenstechnik und nichts vor dem man die Augen verschließen darf. Guangdong ist eine wirtschaftlich entwickelte Provinz und es ist dringend notwendig, dass wir die jungen Schüler in Finanzangelegenheiten gut bilden. 

 

Chen Fang (Xinmin Evening News): Wenn es um Finanzen geht, konzentrieren sich die Menschen gewöhnlich auf Investment und Geldverdienen. Das ist ein sehr enges Verständnis von Finanzmanagement. Zu wissen, wie man sein Geld ausgibt, ist ein Teil davon. Die meisten Kinder in China sind mit finanziellen Konzepten nicht vertraut. Während des Frühlingsfestes ist es ein verbreitetes Diskussionsthema, wie die Kinder ihre Geldgeschenke, die sie von den Erwachsenen bekommen haben, am besten ausgeben. Das impliziert einen Bedarf an Finanzerziehung für junge Schüler. Außerdem ist diese Idee auch in westlichen Ländern nicht fremd. Die Briten beispielsweise verlangen von den Schulen, dass die Kinder bereits in jungen Jahren in Finanzmanagement ausgebildet werden und es gibt sogar verpflichtende Kurse zu diesem Thema. 

In China haben die täglichen Ausgaben der Studenten für Diskussionen gesorgt. Die Ausgabenexzesse einiger Studenten sind schockierend. Teilweise liegt das daran, dass sie aus reichen Familien kommen, aber teilweise ist es auch ein Abbild ihrer schlechten Finanzmanagementfähigkeiten. Heutzutage haben wir viele junge Menschen, die jeden Cent ihres monatlichen Einkommens ausgeben, ohne auch nur ein bisschen zu sparen. Ist das nicht das Resultat ihrer schlechten Finanzmanagementfähigkeiten? Schüler in der angemessenen Verwendung von Geld zu erziehen und ihnen etwas wirtschaftliches Grundwissen zu vermitteln wird ihnen dabei helfen, ihre Einkommen besser zu verwalten und besser für ihr Leben zu planen. 

 

Unnötig 

Pi Haizhou (finance.21cn.com): Schülern in den Grund- und Mittelschulen sollte grundlegendes Wirtschaftswissen vermittelt werden, also was Geld ist, wie Geld funktioniert und wie man es angemessen verwendet. Ein gutes Verständnis von Geld wird positive Konsumkonzepte und -gewohnheiten fördern. Aber Investmentthemen sind zu schwer für so junge Köpfe. Außerdem werden sie keine Gelegenheit haben, sich zu üben. Wenn Kinder zur Bank geschickt werden, um Geld dort hinzubringen, werden sich ihre Eltern und das Personal der Bank womöglich nicht sehr wohl fühlen. 

Es ist richtig, dass Schüler in den Mittelschulen Finanzwissen erwerben, aber es ist zu riskant für sie, an die Börsen zu gehen. Zudem wird es ihre ohnehin limitierte Lernzeit zusätzliche einengen. Ihre Bildung könnte ernsthaft gefährdet sein, wenn sie sich von finanziellen Belangen ablenken lassen. 

Um ein rationaler Investor zu werden, muss man eine grundlegende Analyse des Börsenmarktes machen und einen Sinn für die makroökonomische Situation im Inland und international entwickeln. Das sind schwierige Themen – wie kann man von Mittelschülern erwarten, dass sie mit der Börse umgehen? Ein Börseninvestor muss in der Lage sein, individuelle Risiken zu tragen, da Spekulationen in diesem Markt eine riskante Praxis sind. Es gibt keine Notwendigkeit, junge Schüler zu ermutigen, sich in diesem spekulativen Markt zu betätigen. 

 

Yan Nong (Yanzhao Metropolis Daily): Grundschulbildung sollte auf den Interessen der Schülern basieren. Es ist zu bezweifeln, dass Kinder ohne festes Einkommen Interesse daran zeigen, Geld zu verdienen – besonders daran, Geld mit Investitionen zu verdienen. Sogar wenn sie an dem Thema interessiert werden können – ist es wirklich richtig, das Konzept des Geldverdienens mit Spekulationen unter den Schülern zu bewerben? Sie haben noch kein ausreichendes Verständnis des Risikokonzeptes. Glauben Sie wirklich, es wäre eine gute Idee, Kinder so früh zu ermutigen, Risiko und Investitionen zu kombinieren? 

Einige argumentieren, dass ein Hauptfach Management nicht als Bachelor-Studiengang an den Universitäten geführt werden soll, da Studenten in diesem Alter nicht geeignet sind, dieses Fach ohne Hintergrundwissen oder relevante Erfahrung zu studieren. Die meisten der jungen Studenten haben Schwierigkeiten ihre persönlichen Angelegenheiten zu managen, wie kann man von ihnen erwarten, Geschäfte in Unternehmen zu managen? Grund- und Mittelschüler haben kein festes Einkommen und die meisten von ihnen können nicht einmal gute Pläne machen, wie sie ihr Taschengeld ausgeben. Die Planung von Kursen an den Grundschulen sollte die Regeln von Erziehung und Bildung respektieren und sich nicht sozialen Trends und Launen hingeben. 

 

Liang Jiangtao (www.jxnews.com.cn): Wir müssen zugeben, dass die Idee, an Grund- und Mittelschulen Finanzkurse anzubieten, voller guter Intentionen ist. Aber der Bedarf an Finanzmanagement ist im Gegensatz zu Themen wie Umweltschutz und Gesundheitserziehung nicht so dringend, dass man damit bereits an den Grundschulen beginnen muss. 

Es wäre viel wichtiger die Schüler zu befragen, ob sie nicht lieber etwas anderes lernen wollten. Es ist eine Frage der Wahl, nicht etwas, das von den Lokalbehörden entschieden werden sollte. Grund- und Mittelschüler kämpfen bereits unter dem großen Druck erfolgreich zu lernen. Sie nehmen in ihrer Freizeit zusätzlich zu den Klassen in der Schule Nachhilfeunterricht. Wir wollen diese Kinder doch nicht überfordern! 

Wie auch immer, der Finanzkurs kann zu einem Wahlfach gemacht werden, so wie Fußball, Klavier usw. Lasst die Schüler selbst entscheiden, ob sie es nehmen oder nicht. Die, die wirklich an Finanzen und Börsen interessiert sind, können vielleicht aufwachsen und der nächsten Warren Buffet werden, während andere in jenen Gebieten zur Elite werden, an denen sie wirklich interessiert sind. Den Kurs zu einem Wahlfach zu machen, wird alle Involvierten befriedigen.  

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