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„Schulbus über den Wolken“: Neuer 288 Meter hoher Aufzug lässt Bildungshoffnungen abheben |
| · 2026-08-05 · Quelle:German.people.cn |
| Stichwörter: Yunnan;Bildung |
In der Nizhuhe-Schlucht in der Stadt Xuanwei (Provinz Yunnan) ist vor Kurzem an einer Klippe der 288 Meter hohe zweite Aufzug mit dem Namen „Fuyao“ offiziell in Betrieb gegangen, direkt neben dem 2022 eröffneten 268 Meter hohen ersten Aufzug „Qingyun“. Zusammen mit einer Seilbahn verkürzen die Aufzüge den einfachen Schulweg in dieser ländlichen Gebirgsregion von über drei Stunden auf nur noch eine halbe Stunde. Der Bildungsweg der Kinder aus der Schlucht hebt damit buchstäblich ab und steigt bis zu den Wolken empor.
Die beiden Klippenaufzüge „Fuyao“ und „Qingyun“ in der großen Nizhuhe-Schlucht. (Foto: Xinhua)
„Wir haben einen neuen Schulbus!“, ruft die Grundschülerin Wang Jiao aus dem Dorf Nizhuhe, als sie mit ihrer kleinen Schwester an der Hand den Aufzug betritt. Mit einer Geschwindigkeit von fünf Metern pro Sekunde fährt der Aufzug gleichmäßig nach oben, während sich unter den Füßen die Bäche in dünne silberne Linien verwandeln und vor den Augen sich nach und nach das Wolkenmeer zwischen den Bergen ausbreitet.
Das Dorf Nizhuhe in der Stadt Xuanwei liegt auf dem Grund der großen Nizhuhe-Schlucht, direkt an der Grenze der Provinzen Yunnan und Guizhou. Der Grund der Schlucht ist vom Rand des Bergplateaus, wo sich die Guanzhai-Grundschule befindet, durch einen Höhenunterschied von 500 Metern getrennt. „Ich wohne unten auf dem Grund der Schlucht, meine Schule steht aber oben an der Klippe.“ Schon seit mehreren Generationen ist bei den Dorfbewohnern unten im Tal der beschwerliche Schulweg als schmerzliche Erinnerung tief im Herzen verankert. Der Pfad an der Steilwand des Flusstals entlang war rissig, steil, nass und rutschig. An manchen Stellen war er nicht einmal einen halben Fuß breit. Für den einfachen Weg die Klippe hinauf benötigten die Schüler mehr als drei Stunden.
Aufgrund ihrer grandiosen, unberührten und wilden Landschaft rief die Stadt Xuanwei das Projekt „Ökologischer Kulturtourismus Nizhuhe-Schlucht“ ins Leben und begann 2020 mit dem Bau der Aufzüge. Nach der Eröffnung des Tourismusgebiets und der Inbetriebnahme sowohl des 268 Meter hohen Aufzugs als auch der Seilbahn, die weitere 200 Meter Höhenunterschied überwindet, wurde diese neue Infrastruktur den Bewohnern der Dörfer Nizhuhe und Guanzhai kostenlos zur Verfügung gestellt. Damit hatten die Schulkinder aus Nizhuhe endlich ihren „Schulbus über den Wolken“, der sie direkt an den oberen Rand der Klippe bringt.
Grundschulkinder aus dem Dorf Nizhuhe in der Stadt Xuanwei (Provinz Yunnan) fahren am 23. Februar 2025 mit der Seilbahn zur Schule. (Foto: Jiang Wenyao/Xinhua)
„Der neue Aufzug sorgte für eine stabilere Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung und eine geordnetere Entwicklung von Kultur und Tourismus“, erklärt Cai Xiong, Vorsitzender der Gesellschaft zur Erschließung des Tourismusgebiets Nizhuhe-Schlucht. Doch durch die steigenden Touristenzahlen reichte die Kapazität des Aufzugs nicht mehr aus, sodass der Schulweg der Kinder zeitweise von Touristen blockiert wurde. Nachdem nun aber beide Aufzüge gemeinsam koordiniert betrieben werden, ist die Kapazität auf 1.200 Personen pro Stunde gestiegen. Damit sind die Aufzüge auch während der Hochsaison nicht überfüllt und der Schulweg der Kinder wird nicht mehr durch die Touristen beeinträchtigt.
Wie erwähnt, ist die Nutzung der beiden Klippenaufzüge sowie der Seilbahn für die Bewohner der beiden Dörfer Nizhuhe und Guanzhai kostenlos, genauso wie für alle Schüler der Guanzhai-Schule. Daneben haben die Lokalregierung und das Tourismusgebiet einen exklusiven Korridor für den Schulweg eingerichtet. Morgens und abends sind zu bestimmten Zeiten Polizisten und Mitarbeiter des Tourismusgebiets an festgelegten Punkten postiert, die die Kinder auf ihrem Schulweg begleiten. Bis Ende Juli dieses Jahres hat der „Schulbus über den Wolken“ insgesamt bereits fast 1.000 Schüler sicher und wohlbehalten zur Schule und wieder nach Hause zurückgebracht.
Darüber hinaus können sich durch die neuen Aufzüge die Lebensgrundlagen der Menschen in der Schlucht und die Kultur- und Tourismusindustrie gegenseitig stärken. Das einstmals isolierte Bergdorf ist heute ein vor allem online weithin bekannter Touristen-Hotspot. Der Besucherstrom bringt Entwicklungschancen mit sich: Dorfbewohner eröffnen Pensionen, bieten sich als Touristenführer an und verkaufen an kleinen Ständen lokale Spezialitäten wie Schinken und Pilze. Durch die neue Infrastruktur können ihre Produkte das Gebirge verlassen und das Einkommen der lokalen Bevölkerung so nachhaltig steigern.
„Der Aufzug Fuyao verkörpert die Hoffnungen der Menschen in den Bergen und ist ein wichtiger Meilenstein für die Entwicklung des Tourismusgebiets und die Revitalisierung des Dorfes“, so Cai Xiong. Die Aufzüge dienen einerseits den Bedürfnissen der Menschen nach Mobilität und Bildung, sichern andererseits aber auch die langfristige Perspektive des Dorfes und ebnen so den Weg für die weitere Entwicklung der lokalen Kultur- und Tourismusindustrie.
Die Wumeng-Berge ziehen sich in sanft geschwungenen Wellen durch die Landschaft. Oberhalb der Himmelsleiter leuchten die strahlenden Träume der Kinder von der Schule, unten entfaltet sich das Bild eines blühenden, aufstrebenden Dorfes im Zuge der ländlichen Revitalisierung. Diese an der Feslwand erbaute neue Lebensader verleiht der abgelegenen Bergregion nachhaltig neuen Schwung für ihre hochwertige Entwicklung.
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