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Globalisierung der intelligenten Fertigung in Jiangsu: Mit Tech-Innovationen an die Weltspitze |
| Zhao Piao · 2025-12-09 · Quelle:cdd-online.com.cn |
| Stichwörter: Jiangsu;intelligente Fertigung |
Elektroroller von Yadea aus Wuxi brausen durch die Straßen Südostasiens, mobile Klimaanlagen von Yoau aus Changzhou spenden heißersehnte Abkühlung im hitzegeplagten Europa und Zugtüren von Kangni aus Nanjing öffnen sich entlang der Hochgeschwindigkeitsstrecke Jakarta-Bandung. Immer mehr intelligente Produkte „Made in China“ finden ihren Weg auf die globalen Märkte – dank innovativer Durchbrüche und technologischer Stärken.
Kürzlich waren wir in der ostchinesischen Provinz Jiangsu unterwegs, in Städten wie Wuxi, Changzhou, Yangzhou und Nanjing, um repräsentative lokale Fertigungsunternehmen zu erkunden. Von E-Rollern bis zu smarten Haushaltshelfern, von Leistungshalbleiterelementen bis hin zu Türsystemen für den Schienenverkehr – Jiangsu präsentiert sich mittlerweile als führende Kraft in der intelligenten Fertigung, und auch als Pionier der chinesischen Öffnung gegenüber der Welt. Die Visitenkarte dabei: die intelligente Fertigung in der Provinz.
Auf Elektrokurs: eine Fertigungslinie für E-Roller der Yadea Technology Group im Industriepark für Elektromobilität im Stadtbezirk Xishan von Wuxi (Foto: Zhao Piao)
Smarte Transformation als Wettbewerbsvorteil
35 Sekunden – so kurz dauert es, bis am Produktionsstandort der Yadea Technology Group in Wuxi ein kompletter E-Roller vom Band rollt. Im Durchschnitt gelangen so jede Minute 2,4 Elektrofahrzeuge aus Wuxi auf die globalen Märkte.
Auf den hiesigen Produktionslinien gleichen Prozesse wie die Montage von Motoren und Vorderrädern einem geschmeidigen Tech-Ballett. Über den Montagelinien zeigen elektronische Anzeigetafeln alle Daten in Echtzeit an und geben einen klaren Überblick über zentrale Kennzahlen wie Produktionsziele und die Gesamtzahl der nicht bestandenen Endkontrollen. Dies liefert eine präzise Datenbasis für die Anpassung der Produktionspläne und die Kontrolle der Produktqualität.
„Der intelligente Automatisierungsgrad unserer Werkstätten erreicht 30 Prozent“, erklärt uns Guo Peiya, Fertigungsmanager des Produktionsstandorts. Die Smart Factory des Unternehmens setze auf branchenführende digitale Geräte und Systeme wie hängende Korbförderketten, SAP-Systeme und lichtsensitive automatische Identifikation.
„Der Einsatz intelligenter Technologien hat nicht nur unsere Produktionseffizienz gesteigert, auch Qualität und Sicherheit der Produktion haben deutlich angezogen“, erklärt Wang Jiazhong, Senior-Vizepräsident der Yadea Technology Group. „Qualität ohne Abstriche“, darin liege die zentrale Wettbewerbsfähigkeit, dank der die Elektrofahrzeuge von Yadea das achte Jahr in Folge bei den Verkaufszahlen weltweit an der Spitze lägen und mittlerweile in über 100 Länder und Regionen exportiert würden, sagt er.
Auch bei Yangzhou Yangjie Electronic Technology (kurz: Yangjie Technology) stehen alle Zeichen auf Smart-Transformation. Entlang des Besuchergangs sind in Vitrinen Reihen von schwarzen Partikeln ausgestellt, kleiner als Reiskörner. „Das sind leistungsstarke Halbleiterbauelemente, auch bekannt als ‚Reis der Elektroindustrie‘, erklärt uns Liang Yao, Vize-Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. „Sie werden in praktisch allen strombetriebenen Produkten verwendet“, sagt er. Seit dem Start der intelligenten Fabrik des Unternehmens 2021 habe Yangjie Technology 875 Millionen Yuan, umgerechnet also rund 105 Millionen Euro, in den Aufbau eines intelligenten Fertigungssystems investiert, das Informationstechnologie der neuesten Generation intensiv miteinbeziehe. Derzeit könne das Unternehmen täglich 150 Millionen der genannten Halbleiter produzieren, sagt Liang, und jährlich fast 60 Milliarden Bauelemente weltweit ausliefern.
Wie aber lassen sich derart große Mengen winziger Bauelemente effizient prüfen? Auch hier heißt das Zauberwort Smart Technology. In der intelligenten Werkstatt von Yangjie Technology zur Prüfung ultradünner Mikro-Leistungsbauelemente ist jedes Gerät dank der Integration von KI und maschinellem Sehen in der Lage, 30.000 Bauelemente pro Stunde zu prüfen. Dadurch konnte das Unternehmen seine Prüfeffizienz um 30 Prozent steigern. Der Ausschuss sank von 2,65 auf 1,05 Prozent.
„Dank intelligenter Fertigung haben sich Ausbeute und Leistung unserer Produkte erheblich verbessert“, freut sich Liang. Heute sei Yangjie Technology in mehreren Nischenmärkten weltweit führend. Die Hochleistungsdioden des chinesischen Technologieunternehmens hätten den höchsten Marktanteil im Inland und den zweitgrößten weltweit, so Liang. „Bei den Gleichrichterbrücken sind wir in Sachen Marktanteil weltweite Spitze. Und bei den photovoltaischen Bypass-Dioden haben wir aktuell einen Marktanteil von 42,5 Prozent.“ Da überrascht es kaum, dass Chinas Ministerium für Industrie und Informationstechnologie Yangjie Technology zu einer Smart Factory der Exzellenzstufe für das Jahr 2025 gekürt hat.
Mit Präzision zur Weltspitze: Mitarbeitende in einer intelligenten Produktionswerkstatt von Yangjie Technology (Foto: Zhao Piao)
Lokalisierte F&E für bessere Nachfrageanpassung
Die weltweite Führungsposition der intelligenten Fertigung in Jiangsu ist auch den kontinuierlichen Bemühungen der örtlichen Unternehmen um eine verstärkt lokalisierte Forschung und Entwicklung zu verdanken. „Seit dem Start unserer Globalisierungsstrategie 2007 hat Yadea nacheinander zehn große Produktions- und F&E-Stützpunkte in China, Vietnam, Indonesien, Thailand, Mexiko und anderen Regionen eingerichtet, mit über 40.000 Einzelhandelsgeschäften. Das ermöglicht ein integriertes, umfassendes Auslandsmodell, das F&E, Produktion, Lieferung, Vertrieb und Service umfasst“, erklärt Wang Jiazhong. Von Januar bis Juli dieses Jahres habe das Auslandsgeschäft der Firma im Vergleich zum Vorjahr um 40 bis 50 Prozent angezogen, sagt er. Lokalisierte Produktstrategien seien für die Beschleunigung der globalen Expansion chinesischer Elektrofahrzeughersteller heute von entscheidender Bedeutung.
Yadea betreibe eine lokalisierte Forschung und Entwicklung, die passgenau auf die spezifischen Anforderungen und Merkmale der einzelnen Märkte zugeschnitten sei, sagt Wang. „Auf dem europäischen Markt beispielsweise, wo die Verbraucher im Allgemeinen größer sind, passen wir das ergonomische Design an, um die Sitzfläche zu vergrößern. In Südostasien, wo häufig Regen und Taifune auftreten und eher schlechte Straßenverhältnisse herrschen, vergrößern wir den Raddurchmesser, verstärken den Antriebsstrang und erhöhen das Fahrgestell“, sagt Wang. Darüber hinaus variierten auch die Anforderungen an die Reichweite erheblich. Hierzu erklärt der Unternehmensvertreter: „Nehmen wir etwa den indonesischen Markt als Beispiel. Da es dort eine große Basis kommerzieller Nutzer gibt, beispielsweise Lebensmittellieferdienste, die eine hohe Reichweite von Elektrofahrzeugen verlangen, müssen wir nicht nur die Gesamtreichweite der Fahrzeuge verbessern, sondern auch ihre Geländegängigkeit.“
In den Produktionswerkstätten von Jiangsu Yoau Intelligent Technology werden derweil Chargen mobiler Klimaanlagen einer Endkontrolle unterzogen. Im Sommer haben sie über die Weltmeere hinweg kühle Luft nach Europa gebracht, wo vielerorts drückende Hitze herrschte.
„Yoau ist auf die Erforschung und Entwicklung, die Produktion, den Vertrieb und den Service von intelligenten Kleinhaushaltsgeräten wie mobilen Klimaanlagen, Luftentfeuchtern, Luftreinigern und Heizgeräten spezialisiert. Unsere Produkte werden in über 60 Länder und Regionen in Nordamerika, Europa und darüber hinaus verkauft“, berichtet der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens Wu Qingping. Unter diesen Produkten hätten mobile Klimaanlagen einen weltweiten Marktanteil von 16 Prozent. In Deutschland, Frankreich und Südkorea belege man Platz 1.
Was macht die Yoau-Produkte im Ausland so beliebt? Lu Jun, Leiter der F&E-Abteilung des Unternehmens, führt dies auf die erhebliche Nachfrage nach mobilen Klimaanlagen auf den ausländischen Märkten zurück. In einigen historischen Stadtteilen Europas beispielsweise sei die Installation von Außengeräten der Klimaanlagen verboten. „Manchmal übersteigen die Arbeitskosten für die Installation auch einfach den Kaufpreis“, sagt Lu. Daher seien mobile Geräte, die keine Installation erfordern und einfach durch Anschließen an die Steckdose betriebsbereit seien, zu einer Notwendigkeit geworden. Ein weiterer Grund sei die Überlegenheit der intelligenten Module der Yoau-Produkte. „Unsere Fabrikate ermöglichen nicht nur eine WLAN-Verbindung, sondern verfügen auch über einen Solar-Batteriespeicher, der für umweltfreundlichen Betrieb sorgt. Diese Innovationen ermöglichen einen leichten Wechsel zwischen Anwendungen im Innen- und Außenraum“, erklärt Lu.
„Entscheidend ist, dass wir maßgeschneiderte Lösungen anbieten können. Von der F&E bis zur Massenproduktion dauert es bei uns weniger als sechs Monate, während ausländische Wettbewerber in der Regel ein bis zwei Jahre benötigen“, sagt Vorstandsvorsitzender Wu. Er betont, dass die Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt eine kontinuierlich effizientere Forschung, Entwicklung und Fertigung erfordere, verbunden mit gleichzeitiger Innovation je nach lokalen Gegebenheiten.
Bei elektrischen Kleinfahrzeugen sind Unternehmen aus Jiangsu also derzeit weltweit führend, und auch bei Kleinhaushaltsgeräten konnte man sich bereits beträchtliche Marktanteile sichern. In der Globalisierungsgeschichte Jiangsuer Unternehmen verlagert sich der Schwerpunkt der Wettbewerbsfähigkeit also von Niedrigpreisvorteilen hin zu einem hohen Technologieanteil.
Dieses Drohnenfoto von Dezember 2023 zeigt das Werksgelände von Yoau Intelligent Technology in Changzhou, Provinz Jiangsu. (Foto: Interviewpartner)
Gezielte Unterstützungsangebote stärken Selbstvertrauen bei der Erschließung von Auslandsmärkten
Eine solide Grundlage für die Erschließung globaler Märkte bieten chinesischen Unternehmen gezielte Unterstützungsangebote staatlicher Stellen. Von Januar bis Juli dieses Jahres erzielte die Provinz Jiangsu einen Außenhandelsumsatz von insgesamt 3,31 Billionen Yuan, ein Plus von 5,2 Prozent gegenüber 2024. Diese Wachstumsrate lag 1,7 Prozentpunkte über dem nationalen Durchschnitt, das Handelsvolumen stellte einen neuen Rekord dar.
Diese beeindruckende Leistung spiegelt die soliden Fortschritte wider, die verschiedene Regionen in Jiangsu bei der Ausweitung ihrer Öffnung auf hohem Niveau und der Förderung einer hochwertigen Entwicklung erzielen konnten. Örtliche Unternehmen erschließen nun mit noch höherem Tempo ausländische Märkte und vertiefen ihre internationale Zusammenarbeit. In der ersten Jahreshälfte unterstützte der Bezirk Xishan in Wuxi Unternehmen wie Yadea und TAILG bei der Teilnahme an Ausstellungen im Ausland, etwa der Brazil Sao Paulo Motorcycle and Bicycle Expo oder der Motobike Istanbul, um die globale Expansion der Firmen weiter voranzutreiben.
Die Stadt Nanjing verbesserte ihre Außenhandelsdienstleistungen und verstärkte die finanzielle Unterstützung für den Gang ins Ausland. So schickte sie beispielsweise ihre erste One-Stop-Plattform für Kreditversicherungsdienste an den Start. Diese multifunktionale Plattform unterstützt Unternehmen effektiv dabei, ihre internationale Marktpräsenz zu diversifizieren.
Der Bereich Longtan des Hafens von Nanjing, betrieben von der Jiangsu Port Group
Zudem erfolgt eine umfassende Koordinierung von Ressourcen, um Unternehmen gezielt Dienstleistungen bereitzustellen. Der Bezirk Xinbei in Changzhou hat Beratungsausschüsse aus Vertretern von Zoll- und Steuerbehörden, Devisenverwaltung, Banken und Anwaltskanzleien eingerichtet. Sie bieten Schulungen zum Thema „Unternehmensschutz bei der Globalisierung“ an und organisieren Austauschprogramme über Zollverschlusszonen, um Firmen, die ins Ausland expandieren wollen, umfassenden Schutz zu bieten.
Ein Blick in die Firma Micro-Intelligece, ein Unternehmen für verkörperte künstliche Intelligenz aus Changzhou
Yu Zhenhai, Leiter des Amtes für wirtschaftliche Entwicklung der Nanjing Economic and Technological Development Zone, betont, dass staatliche Stellen die Bedürfnisse der Unternehmen konsequent in den Vordergrund stellen und Firmen durch proaktive Maßnahmen ganz konkret unterstützen sollten. Nur durch derartige Synergieeffekte zwischen Regierung und Unternehmen ließe sich die hochwertige Außenhandelsentwicklung vorantreiben, so Yu. Ziel müsse es sein, in Sachen Außenhandelspolitik Planungssicherheit zu garantieren.
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