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Beijing Ancient Architecture Museum: Streifzug durch Chinas Hütten und Paläste

Von Maike Schulte  ·   2015-11-12  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: Museum;Ancient Architecture;Ausstellung
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Die Ausstellung wirft aber auch einen Blick auf die besonderen Merkmale unterschiedlicher Gebäudetypen, ob einfache Wohnhäuser, großflächige Tempelanlagen oder prächtige Kaiserpaläste, von denen die bekanntesten Bauwerke wie etwa der Himmelstempel als maßstabsgetreue Modelle nachgebildet sind. 

Das Museum präsentiert detaillierte Nachbauten bekannter Bauwerke. 

Wie die traditionelle chinesische Gesellschaft folgte auch die Baukunst streng hierarchischen Prinzipien, es war eine Art „Klassenarchitektur" mit unterschiedlichen Regeln für die einzelnen Gebäudekategorien. So waren Geschosszahl, Abmessungen und Farben der Wohnhöfe je nach der sozialen Position ihres Eigentümers gesetzlich festgelegt. Die hierarchische Abstufung setzte sich im Innenraum fort. Jüngere Familienmitglieder mussten mit den Außenflügeln vorlieb nehmen, während die ruhigere Rückseite für die ältere Generation reserviert war. 

Andere Merkmale waren wiederum Tempeln oder kaiserlichen Gebäuden vorbehalten. Typisch waren hier ein besonders aufwändiges Stützgebälk im Dach, purpurrote Wände, zahlreiche Drachenfiguren zur Dekoration und gelb glasierte Dachziegel, über deren Herstellungstechnik das Museum seine Besucher ebenfalls informiert. Eine besondere Eigenheit der Kaiserpaläste waren Tore mit fünf Bögen, von denen der mittlere allein dem Kaiser vorbehalten war. Und nur hier fand die „kaiserliche" Zahl Neun in Bauplänen Berücksichtigung, etwa in den angeblich 9999 Räumen der Verbotenen Stadt, die damit nur über einen Raum weniger als die Paläste des Himmels verfügte, ein Zeichen für die absolute Autorität des Kaisers, die vor allem in der Architektur Nordchinas zum Ausdruck kam.   

Die Paläste der Qing- und Ming-Kaiser zählen sicher zu den Höhepunkten chinesischer Baukunst, die seit dem frühen 20. Jahrhundert unter den Zwängen moderner Stadtplanung und dem Einfluss europäischer Architektur allerdings an Bedeutung verlor. Es sind Bauten, die auch in der westlichen Fachwelt große Beachtung fanden. Vielen anderen historischen Gebäuden wurde diese Aufmerksamkeit nicht zuteil. Das mag auch daran liegen, dass in China, anders als im Westen, nur wenig Architekturliteratur und noch weniger Übersetzungen davon entstanden sind. Das Yingzao Fashi, eine Art Architektur-Enzyklopädie aus dem 11. Jahrhundert, sowie aus der Qing-Dynastie überlieferte Baunormen stellen seltene Ausnahmen dar. Sich über historische Architektur in China zu informieren, ist also nicht ganz leicht. Das Beijinger Museum füllt hier eine wichtige Lücke. 

Info:  

Beijing Ancient Architecture Museum  

Adresse: 21 Dongjing Road, Bezirk Xicheng, Beijing 

Anfahrt: Bus 2, 7, 15, 20, 110 oder 120 bis Haltestelle Tianqiao oder mit U-Bahnlinie 4 bis zur Haltestelle Taoranting, von dort ca. 20 Minuten Fußweg 

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 9 bis 16 Uhr 

Eintrittspreis: 15 Yuan, am Mittwoch freier Eintritt für die ersten 200 Besucher  

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Adresse: BEIJING RUNDSCHAU Baiwanzhuanglu 24, 100037 Beijing, Volksrepublik China


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