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Wie WeChat das Leben der Chinesen verändert

Von Tang Yuankai  ·   2015-09-10  ·  Quelle:Beijing Rundschau
Stichwörter: WeChat
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Verbesserung öffentlicher Dienstleistungen 

 

 

Xu Lihui (re.), ein Beamter der Steuerbehörde von Jinjiang, hilft einer Angestellten dabei, auf das WeChat-Account der Behörde zuzugreifen 

 

WeChat hat nicht nur das Leben ganz normaler Bürger verändert, sondern auch die Arbeit der Regierung.

Ning Zifang aus Beijing freute sich sehr, als am 12. April der Account "Rauchfreies Beijing" an den Start ging, 50 Tage vor Einführung der neuen Vorschriften zur Eindämmung des Tabakkonsums. Nach dem 1. Juni konnten User gegen jeden, der in einer Nichtraucherzone rauchte, auf diesem Account oder unter der Telefonnummer 12320 Beschwerde einreichen.

Der Account informiert über Neuigkeiten und Aktionen zur Reduzierung des Tabakkonsums. Vor allem erinnert er daran, dass Rauchen in der Öffentlichkeit nicht nur in Innenbereichen, sondern auch in den Außenbereichen von Kindergärten, Grund- und Mittelschulen, Stadien, Kinderkrankenhäusern und auf der Arbeit verboten ist. Außerdem gibt es hilfreiche Informationen für alle, die das Rauchen aufgeben wollen. Nachdem sie diesen Account abonniert hatte, ermahnte Ning auch ihren Ehemann, auf das Rauchen zu verzichten. „Anderenfalls werde ich Beschwerde gegen ihn einreichen", scherzte sie.

„Die Zahl der staatlichen Accounts bei WeChat hat sich explosionsartig erhöht", berichtet Zhang Zhian, Dekan und Professor am Fachbereich Kommunikation und Design der Sun Yat-sen-Universität in der Provinz Guangdong.

Mit mehr als 6000 WeChat-Accounts besitze die Provinz 15 Prozent aller staatlichen Accounts im Land und sei die Nummer eins in China, hieß es im kürzlich herausgegebenen Weißbuch des Forschungsinstituts von Tencent. Knapp dahinter folgt die Provinz Zhejiang mit 14,8 Prozent aller Regierungs-Accounts, auf Platz drei liegt die Provinz Jiangsu mit rund 3000 Accounts.

Ende 2014 gab es in Guangdong über 159 staatliche Accounts bei WeChat. Dort können sich User per Handy über Krankenversicherungen beraten lassen, sich ins Eheregister eintragen lassen oder Korruptionsfälle melden. Laut Umfrage beantworteten 46 Prozent dieser Accounts Useranfragen sofort oder noch am gleichen Tag. Damit Fragen rechtzeitig beantwortet werden, sollte ein System aus Belohnungen und Bestrafungen eingerichtet werden, fordert Hou Zhaoxun, rechtlicher Berater beim Staatlichen Internetinformationsbüro.

Am 7. August 2014 veröffentlichte das Staatliche Internetinformationsbüro die vorläufigen Vorschriften für Entwicklung und Management von Instant Messaging Tools und öffentlichen Informationsdienstleistungen. Der Rundbrief erhielt in der Bevölkerung den Spitznamen „Die zehn WeChat-Paragrafen". Peng Bo, Vizeleiter der Behörde, versprach staatliche WeChat-Accounts im nächsten halben Jahr intensiv zu fördern.

Social-Media-Plattformen sind in China in den vergangenen Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen. WeChat liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Weibo, der chinesischen Twitter-Variante von Sina.com.

Ende April 2013 nutzte erstmals auch die Justiz WeChat. Beim Gerichtshof von Luohu in Shenzhen (Provinz Guangdong) können Nutzer per Smartphone Termine für eine Klageeinreichung vereinbaren oder Informationen über einen Fall beantragen.

Im Mai 2013 folgte mit dem Außenministerium das erste Regierungsministerium.

Mittlerweile sind staatliche WeChat-Accounts zusammen mit Regierungssprechern und offiziellen Webseiten zu einer der wichtigsten Methoden zur Förderung der Transparenz in der Regierungsarbeit geworden.

Das Weißbuch des Tencent-Forschungsinstituts führte auch eine umfassende Analyse der staatlichen WeChat-Accounts durch. Das Ergebnis: Die Accounts sind schrittweise von einfachen Nachrichtenangeboten zu Dienstleistern geworden.

Dennoch entwickeln sich die Accounts je nach Region unterschiedlich, ein Ausdruck der ungleichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritte, Dienstleistungskompetenz und Einstellung der lokalen Regierungen sowie Bereitschaft, neue Technologien zu akzeptieren und anzuwenden, heißt es im Weißbuch.

Von den zehn Verwaltungseinheiten auf Provinzebene mit den meisten WeChat-Accounts befinden sich sieben in Ostchina, Ausnahmen sind die Provinzen Henan, Sichuan und Shanxi, sechs der zehn am unteren Ende der Skala liegenden Regierungsbehörden liegen laut Weißbuch in Westchina.

Regierungsbehörden auf Provinzebene sind am aktivsten beim Start von WeChat-Accounts, sie betreiben 84,7 Prozent aller staatlichen Accounts. Weil sie für den Alltag der Menschen eine sehr große Rolle spielen, sind die Behörden in den Bereichen öffentliche Sicherheit und Gesundheit ebenso Vorreiter bei der Nutzung von WeChat. Zusammen machen diese Accounts 36,7 Prozent aller staatlichen Accounts aus.

Ende 2014 begann das WeChat-Team mit der Integration der staatlichen Accounts in ein einheitliches Interface für städtische Dienstleistungen. Im April dieses Jahres konnten die Accounts von fünf Städten, Guangzhou, Shenzhen, Foshan, Wuhan und Shanghai, durch dieses Interface erreicht werden. Sie haben mehr als 60 Millionen User und bieten Dienstleistungen für mehr als 11 Millionen Menschen an.

 

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